Schlemmerwochen

Hallo meine Mitleser! Meine Schwester Marlin war ja letzte Woche so gutmütig, auf ihr Wort zu verzichten und hat stattdessen Zorro quatschen lassen. Heute bin ich mal wieder dran: euer Milo.

Ihr habt ja bestimmt Zorros Geschichte gelesen und dabei auch von seiner Begegnung mit Adamo, dem Hund, erfahren. Versteht ihr jetzt, warum wir nicht einfach so an Adamo vorbei ins Dorf schleichen? Dabei würden Marlin und ich uns nichts sehnlicher wünschen, als endlich mal in den Ort zu gelangen. Es ist zwar schön hier oben, aber ganz ehrlich: manchmal fühlen wir uns schon recht eingeengt. Immerhin ist unserer Freundeskreis sehr klein und auch unsere Speisenauswahl etwas begrenzt: Mäuse, ganz selten Vögel und ab und zu dann das, was wir von den Gästen bekommen.

Ein kulinarischer Hochgenuss

Die Dorfkatzen hingegen können aus mehreren Restaurants wählen. Und in jedem gibt es auch noch viele verschiedene Speisen. Ehrlich! Wir haben es von unserem Aussichtspunkt ganz deutlich aus gesehen und übrigens auch gerochen. Und zum Glück bei unseren letzten Gästen endlich auch miterlebt!
Die letzten zwei Wochen waren kulinarisch wirklich ein Hochgenuss. Marlin und ich haben uns durch die griechische Küche regelrecht durch-geschlemmt: von Putengyros, über Lammkeulen, Souflaki, Goldbrassen bis hin zu den Dolmades. Na gut, diese komischen gefüllten Blätter haben jetzt weniger unseren Geschmack getroffen. Aber dafür haben wir beide uns regelrecht verliebt, und zwar ins leckere Putengyros.

Mit unseren letzten Gästen – Sarah und Philipp – hatten wir nämlich wirklich großes Glück: in den zwei Wochen, die sie hier im Haus lebten, haben sie sich ganz oft ein Abendessen in einem der Restaurants unten abgeholt und mit ins Haus gebracht. Weil es hier oben so schön ruhig war und die Aussicht so schön, sagten sie. In Wirklichkeit wollten sie wohl auch uns beide eine Freude machen – davon bin ich überzeugt. So fraßen wir uns also die Bäuche voll und genossen einfach unser Leben. Ich zumindest. Marlin fing irgendwann an darüber zu jammern, dass sie zu dick werden würde… Typisch Frau halt. 😉

Was für ein wunderbares Leben

Und auch sonst waren Sarah und Philipp so nett und lieb zu uns. Sie streichelten uns ständig und ließen uns sehr oft ins Haus hinein. Ihr wisst ja, wie sehr ich die Knoten in den Wohnzimmervorhängen zum Spielen liebe und wie gern ich mich unter der Couch verstecke. Marlin hat sich sogar bis in die Betten der Zwei gewagt. Wir alle kamen wirklich harmonisch miteinander aus und ein bisschen glaubten wir sogar daran, dass uns Sarah und Philipp vielleicht noch mit ihnen nach Hause nehmen würden. Doch leider wurde da nichts draus. Sie reisten gestern ohne uns ab. Schade. Irgendwie wäre schon auch mal Zeit für einen Tapetenwechsel gewesen.

Das kann ja noch nicht alles gewesen sein

Denn was uns beiden in diesen schönen Festschmaus-Tagen jedenfalls klar wurde: Das hier oben kann und darf noch nicht alles gewesen sein! Wir dürfen nicht aufgeben, uns unserem Schicksal fügen und für immer hier oben bleiben. Wir brauchen einen Plan. Und wir werden ins Dorf kommen. Egal wie. Gerne hätten wir gleich gemeinsam mit Zorro begonnen, Ideen zu sammeln. Immerhin ist er uns doch einige Lebensjahre voraus. Doch in dieser Hinsicht können wir wohl keine Unterstützung von ihm erwarten. Zu sehr ist er von seinen Erlebnissen mit Hund Adamo traumatisiert. Nie mehr wieder möchte er es versuchen, ins Dorf zu gelangen.

Auf zur Rebellion!

Doch Marlin und ich, wir sind noch jung. Wir könnten es tatsächlich schaffen an Adamo vorbei ins Dorf zu kommen. Was bildet sich der Hund eigentlich ein? Er ist doch kein Grenzkontrolleur. Warum bloß lassen wir uns so sehr einschränken von ihm? Der Kämpfergeist in uns ist jedenfalls geweckt und wir sind nun gerade dabei, ein paar Ideen auszuarbeiten. Auf zur Rebellion! Nächste Woche mehr davon.

Euer Milo