Milos Befreiung

Hallo, meine Lieben. Ich weiß, ihr kommt bestimmt schon fast um vor Sorge und könnt es nicht erwarten, endlich positive Neuigkeiten zu hören. Leider konnte ich mich noch nicht früher melden. Die ganzen letzten Wochen haben Zorro und ich damit verbracht, Milo zu suchen und Pläne zu schmieden. Und so hat es bis jetzt gedauert, bis ich euch hier nun endlich vom Happy End erzählen kann…

Zorro flippt aus

Aber mal der Reihe nach: Nachdem ich mich ganz alleine wieder zurück zu unserem Haus gekämpft hatte, suchte ich gleich Zorro auf, um ihn um Hilfe zu bitten.
Ihr könnt auch ja gar nicht vorstellen, was da los war. Statt mich sofort tatkräftigst dabei zu unterstützen, Milo zu finden, flippte der alte Streuner völlig aus. Er schimpfte und jammerte und wurde nicht müde, zu betonen, dass er selbst ja nie und nimmer da runter ins Dorf gegangen wäre. Sowieso hatte er uns doch stets vor so einer Blödsinns-Idee gewarnt. Und eigentlich seien wir beide ja sogar selbst schuld an der ganzen Misere…

Angst ist kein guter Ratgeber

Es dauerte tatsächlich 3 Tage bis ich Zorro endlich soweit hatte, mich bei der Suche unterstützen zu wollen. Am meisten Angst hatte er bestimmt davor, an Hund Adamo vorbei zu kommen. Auch wenn er das natürlich nie zugeben würde. Gott sei Dank siegten dann doch noch Zorros Gefühle für Milo und so begaben wir uns auf den Weg ins Dorf. Adamos Verhalten und seine genauen Abwesenheitszeiten hatten Milo und ich ja bereits bestens ausgekundschaftet. Ein Vorbeikommen am Hund war dadurch ohne größeren Komplikationen möglich. Für die kleineren war Zorros Angst verantwortlich, aber die Einzelheiten erspare ich euch mal lieber.

Wieder im Dorf – endlich eine heiße Spur!

Unten angelangt zeigte ich Zorro die Stelle, wo ich Milo zuletzt gesehen hatte. Wir suchten in jedem Versteck und befragten auch alle Katzen, die uns über den Weg liefen. Aber was wir auch taten – Milo blieb verschwunden. Als wir gerade traurig und müde unter einem Baum rasteten, erblickte ich ein Flugblatt, das direkt am Stamm befestigt war: „Katzenplage: Krankheiten & Seuchen nehmen zu. Wir tun was dagegen: Jeden ersten Mittwoch im Monat sind unsere Tiersammler unterwegs. Keine Sorge: alle Tiere werden geimpft und einem liebevollen Besitzer übergeben.“ Tiersammler??? Liebevolle neue Besitzer??? Das sind doch bestimmt Katzenfänger!!! Und wir beide waren uns eines sicher: der Großteil der hier streunenden armseligen Tiere wird doch in Echt leider nie bei einem neuen Besitzer landen… Ein paar von den ganz jungen Kätzchen vielleicht? Und vielleicht – nein hoffentlich – nein bestimmt auch Milo. Der ist ja auch ein so Süßer. So schwer es auch war: Nein, wir durften die Hoffnung jetzt nicht aufgeben!

Ein gefährlicher Plan

Endlich waren wir einen Schritt weiter und so schmiedeten wir unseren neuen Plan. Einen eigentlich recht einfachen, aber durchaus gefährlichen Plan. Wir wollten abwarten, bis die Katzenfänger wieder unterwegs waren und uns dann an ihre Fersen heften. Natürlich ohne, dass die uns dabei selber schnappen. Zum Glück mussten wir nicht lange warten: denn wir hatten gerade Monatsanfang und es war zudem ein Dienstag.

Kein Tag wie jeder andere

Der Mittwoch startete wie der Tag zuvor. Es war warm und die Sonne schien. Dennoch war dies kein Tag wie alle anderen. Heute wollten wir unseren Milo retten. Zum Frühstück erbettelten wir uns ein bisschen Schinken. Später lagen wir dann im Schatten von ein paar Büschen. Schließlich sollten wir erholt und fit sein, wenn es dann soweit war. Abends hatten wir Glück und kamen sogar zu ein paar leckeren Bissen Fleisch, die uns ein Tavernen-Gast vor die Pfoten warf. Wir waren also gerüstet. Die Tierfänger konnte kommen!

Es geht los!

Die Nacht war hereingebrochen und das Mondlicht spiegelte sich im Meer. Doch jäh wurde diese Idylle unterbrochen: Männer schrien, ein Auto quietschte und Katzen rannten erschrocken davon. Wir rannten auch- diesmal jedoch hinterher, statt nur davon. Fast eine Stunde lang dauerte das ganze Spektakel. Und was wir zu sehen bekamen war alles andere als schön. Grob wurden die Katzen mit Netzen eingefangen und dann mit einem Wurf in den Lieferwagen befördert. Der Beweis, dass das Wort Katzensammler nur von einem Werbefuzzi stammen konnte!

Wir verfolgen die Spur

Endlich war die Tour für heute zu Ende. Das Auto fuhr vom Dorf auf die Landstraße und dann davon. So schnell konnten wir zwei natürlich nicht hinterher. Aber der Geruch der alten Schüssel war eindeutig erkennbar und so machten wir uns auf den Weg, diese Spur zu verfolgen. Wir waren lange unterwegs, bis wir endlich an unserem Ziel waren. Ein verlassen wirkendes Fabriksgebäude. Davor stand der alte Lieferwagen. Er schien inzwischen leer zu sein, zumindest hörte man keine Katzen schreien. Vorsichtig schlichen wir uns näher ans Gebäude, wohl wissend das ein Entdecken uns auch in eine missliche Lage bringen würde.

Ein trauriges Bild

Die Luft war rein. Keiner war da. Die Männer waren bestimmt nach Hause gegangen, um sich auszuschlafen. Vor dem Morgen würde hier wohl keiner mehr auftauchen. So schlichen wir näher und näher, bis wir an einem Schiebetor waren. Zum Glück war ein kleiner Spalt offen, gerade so weit, dass wir zwei durchschlupfen konnten. Aus dem Gebäude drang lautes Weinen und Jammern der Katzen. Kein Wunder: Überall im Raum standen enge Käfige, in denen die Tiere eingesperrt waren. In manchen waren gleich 4 oder 5 gepfercht, manche saßen auch alleine drinnen. Wie sollten wir hier unseren Milo finden? Traurig und entmutig begannen wir dennoch zu suchen.

Milo! Er ist es tatsächlich!

Leise begutachteten wir die Katzen, Reihe für Reihe. Und riefen dabei leise nach Milo. Tatsächlich schienen die Katzen für unterschiedliche Zwecke hier zwischengelagert worden zu sein. Die noch gesund aussehenden und jüngeren waren alleine, die krank aussehenden Streuner hingegen zu Fünft in viel zu kleine Boxen gesperrt.
Plötzlich entdeckten wir ihn: Vor sich hin dämmernd saß er in einem Käfig, er sah so müde und traurig aus. Erst als wir ihn zum dritten Mal mit seinem Namen ansprachen reagierte Milo. Endlich kam Leben in ihn! Unglaublich wie er sich freute! Und erst wir. Sogar Zorro hielt sich mit seinen Vorwürfen zurück. So überwältigt war auch er.

Eine schlimme Geschichte

Milo erzählte uns eine lange und traurige Geschichte. Er berichtetet, dass an den Katzen hier Tests und Versuche durchgeführt würden. Aber nur an den noch gesunden und fitten Tieren. Alle kranken oder hier krank gewordenen Katzen würden aussortiert, in Käfige gepfercht und alle paar Tage abgeholt werden. Hierher zurück sind sie dann nie mehr gekommen. Er selbst habe inzwischen auch schon zweimal eine Spritze bekomme, wovon er dann ganz müde wurde. Wie schrecklich! Offensichtlich wurden hier Versuche an den Tieren ausgeführt. Wir mussten jetzt schnellstmöglich was tun.

Wir retten Milo – und nicht nur den

Für uns war klar: wir müssen Milo und auch die anderen Katzen hier befreien. Zuerst öffneten wir Milos Käfig und anschließend alle anderen. Das war ein wildes Durcheinander. Alle Katzen sprangen und rannten im Gebäude herum. Wir schnappten uns Milo und beeilten uns, hier wegzukommen. Immerhin ging schon bereits wieder die Sonne auf. Wir liefen so schnell wir konnten die Strecke zurück und erst im Dorf blieben wir zum ersten Mal stehen. Wir erbettelten uns ein paar Bissen Fleisch und dösten dann friedlich und zusammengekuschelt unter dem Baum mit dem Katzensammler-Zettel (!) ein.

Wieder zu Hause!

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg zu unserem Haus zurück. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie froh wir sind, wieder Daheim zu sein. So schnell wird uns 3 wohl nichts mehr ins Dorf locken. Selbst das leckerste Puten-Gyros nicht…

Eure überglückliche Marlin

P.S.: Grüße von Milo – der war so müde, der konnte leider nicht bis zum Ende der Geschichte warten!
P.S.: Gruß auch von Zorro – der braucht nach so viel Nähe jetzt mal ein bisschen Abstand von uns…

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