Auch Zorro hat eine bewegte Geschichte

Hallo meine Lieben, hier ist wieder eure Marlin. Aber heute nur kurz, denn Zorro hat mich tatsächlich überreden können, dass er diesmal hier zu Wort kommen darf. Also bitte Zorro, the stage is yours.

Hi Leute, ich bin`s: Zorro. Zorro, der Streuner, um genau zu sein. Ich lebe wie Milo und Marlin hier oben am Hügel über dem Fischerort Agios Nikitas. Dem Dorf, in dem ich vor langer Zeit geboren wurde. Heute möchte ich euch gern etwas über mich erzählen. Denn nachdem ihr ja schon so einiges über mich gehört habt, ist es nun mal an der Zeit, dass ihr mich persönlich kennen lernt.

Ich und mein Stammbaum

Geboren wurde ich im Gegensatz zu meinen beiden Katzen-Freunden nicht hier oben, sondern unten im Dorf. Ich bin auch keine gewöhnliche Katze, sondern verfüge über einen bemerkenswerten Stammbaum. Meine Vorfahren waren alle sogenannte Rassekatzen, also extra gezüchtete Katzen. So auch meine Mama. Sie war eine echte British Langhaarkatze. Sie lebte behütet und geschützt unten im Dorf in einem extravaganten Haus und war der ganze Stolz ihres Besitzers, ein erfolgreicher Katzenzüchter. Meine Mama war der Star und mit ihrem flauschigen hellbeigen Fell eine wahre Katzenschönheit in unserem griechischen Dorf.

Meine Mama – heiß begehrt bei allen Katzen

Obwohl sie ihr Besitzer nie hinaus ließ, so blieb sie den übrigen Dorfkatzen dennoch nicht verborgen. Denn oft saß meine Mama am Fenster, von wo aus sie und die anderen Katzen sich gegenseitig gerne beobachteten. Vorallem ein ganz schwarzer Kater schlich auffällig häufig ums Haus herum. Anfangs schmachteten die beiden sich nur gegenseitig durch das Fenster an. Doch dann ließ sich meine Mama doch auf ein paar heimliche, nächtliche Treffen mit dem wilden Draufgänger ein. Bald darauf war sie schwanger und bekam Junge. Und obwohl diese halbrassigen halblangfelligen Babykätzchen zuckersüß aussahen, so waren sie leider doch völlig unbrauchbar für den Besitzer und seine Zuchtpläne.

Und dann wurden wir einfach verbannt

Voller Wut packte er Mama und uns Junge in einen Karton und brachte uns auf den Hügel hinter dem Dorf hinauf. So völlig im Stich gelassen, hatte unsere Mama leider keine Chance, uns Kleinen alle durchzubringen. Sie hatte ja auch noch nie selbst Beute fangen müssen. Keines ihrer Babys überlebte – außer ich.
Ich habe wohl ziemlich viel von meinem Vater geerbt. Und damit meine ich nicht nur mein schwarzes Fell rund um die Augen, was mir den Namen Zorro einbrachte. Nein, auch meine Willensstärke ist ein Beweis dafür. Im Gegensatz zu meinen armen Geschwistern schaffte ich es, die meiste Milch zu ergattern und erlernte schnell, mir selbst mein Futter zu fangen. Ich wurde in kürzester Zeit so gut darin, dass ich bald auch schon Mama mit meiner Beute mitversorgen konnte. Doch Nahrung alleine reicht halt nicht zum glücklich sein. Damit, wie drastisch sich ihr Leben verändert hatte, konnte sie sich nie wirklich abfinden. Sie wurde träge und missmutig. Und leider auch nicht sehr alt.

Der Schicksalstag: Meine Begegnung mit Hund Adamo

Nachdem Mama gestorben war, lebte ich eine Zeit lang völlig alleine hier oben. Irgendwann wurde mir das zu langweilig und ich beschloss, mich auf den Weg ins Dorf zu machen. Doch als ich mein Ziel schon fast vor Augen hatte, stand plötzlich ein Hund vor mir. Ein furchtbar unangenehmer Bursche. Sogleich stürzte er sich bellend auf mich. Ich rannte so schnell es ging. Doch die Bestie holte mich mit rasender Geschwindigkeit ein und hatte offensichtlich nur ein Ziel: mich zu zerfleischen. Der Köter erwischte mich am Schwanz und verbiss sich darin mit seinen messerscharfen Zähnen. Der unerträgliche Schmerz war das letzte an das ich mich erinnern kann. Danach fiel ich wohl in Ohnmacht.

Wie ich zu meinem Namen Zorro kam

Als ich irgendwann wieder zu mir kam, lag ich auf ausgebreitetem Zeitungspapier in der Ecke eines kleinen Raumes. Da wo mein langer buschiger Schwanz war befand sich nun ein dicker (aber ziemlich kurzer!) Verband. Auf einem einfachen Stuhl an einem Campingtisch saß ein fremder Mann. Er malte. Als er sah, dass ich die Augen geöffnet hatte, schaute er mich lange nur an. Dann sagte er: Zorro, Zorro, Zorro. Mein Name war damit besiegelt.

Der Mann, ein Maler namens Joe, hatte mir wohl das Leben gerettet. Was genau geschah, das weiß ich nicht. Darüber geredet hatten wir nie. Aber Reden ist sowieso nicht die Stärke von Joe. Mehr als Zorro hatte er eigentlich noch nie zu mir gesagt. Mir ist das ganz recht so. Nur weil wir zwei uns seit dem ein Zuhause teilen (einen alten Wohnwagen), mussten wir ja keine innige Beziehung miteinander haben. Dafür liebe ich meine Freiheit einfach auch zu sehr.

Langeweile adieu!

So blieb ich also hier oben am Berg. Einen weiteren Versuch, ins Dorf zu gelangen, hab ich (verständlicherweise!) nie mehr unternommen. Mein Leben war ziemlich ruhig, bis plötzlich Katze Mara auftauchte. Mara war eigentlich nur zu Besuch da. Sie war gemeinsam mit ihrem Besitzer in die Ferienvilla hier oben eingezogen. Doch sie war schwanger und genau während ihres Aufenthalts kamen ihre zwei Babys auf die Welt: Milo und Marlin. Maras Besitzer war davon alles andere als begeistert. Und als er wieder abreiste, ließ er die drei einfach beim Haus zurück…

So, ich mach nun damit Schluss für heute. Mir tun jetzt nämlich schon richtig die Pfoten weh. Wie es dann weiterging? Das hat Marlin hier selbst sehr gut beschrieben. Lest mal rein.

Euer Zorro (im Account von Marlin)